Die Höhe der Leistungen aus der Pflegekasse richtet sich nach der jeweiligen Pflegestufe. Bei einem Untersuchungstermin des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung wird bestimmt, welche Pflegestufe vorliegt. Je nach Grad der Pflegebedürftigkeit erfolgt eine Einstufung in die Pflegestufen 0, 1, 2, 3 oder als Härtefall.

Pflegestufe 1: Erhebliche Pflegebedürftigkeit

Von erheblicher Pflegebedürftigkeit ist die Rede, wenn mindestens einmal täglich Unterstützung bei mindestens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege notwendig ist und mehrfach in der Woche eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen werden muss. Dabei darf der tägliche Zeitaufwand 90 Minuten nicht unterschreiten, wovon 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen.

Bei Pflegestufe 1 zahlt die Pflegeversicherung seit dem 01.01.2015:

  • Häusliche Pflege: 244 Euro Pflegegeld und maximal 468 Euro Pflegesachleistung im Monat
  • Tagespflege: 468 Euro pro Monat
  • Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Vollstationäre Pflege: 1.064 Euro pro Monat

Pflegestufe 2: Schwerpflegebedürftigkeit

Von Schwerpflegebedürftigkeit spricht man, wenn der Pflegebedürftige mindestens dreimal am Tag Grundpflege und mehrmals pro Woche Unterstützung im Haushalt benötigt. Der wöchentliche Zeitaufwand darf im Tagesdurchschnitt nicht unter drei Stunden liegen, wovon zwei Stunden für die Grundpflege aufgewendet werden müssen.

Bei Pflegestufe 2 zahlt die Pflegeversicherung seit dem 01.01.2015:

  • Häusliche Pflege: 458 Euro Pflegegeld und maximal 1.144 Euro Pflegesachleistung im Monat
  • Tagespflege: 1.114 Euro pro Monat
  • Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Vollstationäre Pflege: 1.330 Euro pro Monat

Höhere Leistungen für Demenzpatienten in den Pflegstufen 1 und 2

Laut dem im Jahre 2013 verabschiedeten Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz haben Demenzkranke bei der Betreuung durch einen Pflegedienst Anspruch auf bis zu 665 Euro in der Pflegestufe 1 und bis zu 1.250 Euro in der Pflegestufe 2. Wird der Demenzkranke von einem Angehörigen gepflegt, beträgt das Pflegegeld in der ersten Pflegestufe 305 Euro und in der zweiten Pflegestufe 525 Euro. Für Demenzkranke in stationärer Betreuung sieht das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz keine höheren Leistungen vor.

Pflegestufe 3: Schwerstpflegebedürftigkeit

Eine Schwerstpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der Pflegebedürftige einer permanenten Betreuung bedarf und mehrmals in der Woche auf hauswirtschaftliche Unterstützung angewiesen ist. Der tägliche Zeitaufwand muss fünf Stunden überschreiten. Hiervon sollten vier Stunden der Grundpflege zukommen.

Bei Pflegestufe 3 zahlt die Pflegeversicherung seit dem 01.01.2015:

  • Häusliche Pflege: 728 Euro Pflegegeld und maximal 1.612 Euro Pflegesachleistung im Monat
  • Tagespflege: 1.612 Euro pro Monat
  • Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Vollstationäre Pflege: 1.612 Euro pro Monat

Härtefallregelung

Innerhalb der Pflegestufe 3 besteht die Möglichkeit der Einstufung als Härtefall, was höhere Leistungen zur Folge hat. Neben der Inanspruchnahme hauswirtschaftlicher Hilfe muss eine der beiden nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • die Grundpflege umfasst jeden Tag mehr als sechs Stunden, wovon drei Stunden auf die Nacht entfallen

oder

  • es ist erforderlich, dass die Grundpflege in der Nacht von mehreren Pflegekräften gemeinsam durchgeführt wird, wobei es sich nicht nur um professionelle Pflegefachkräfte, sondern auch um mindestens einen Laien (z. B. ein Angehöriger) handeln muss

Beim Härtefall zahlt die Pflegeversicherung seit dem 01.01.2015:

  • Häusliche Pflege: 1.995 Euro Pflegesachleistung pro Monat
  • Vollstationäre Pflege: 1.995 Euro pro Monat

Pflegestufe 0

Obwohl die Pflegestufe 0 laut Gesetz nicht existiert, sind in der Praxis zusätzlich zu den genannten Kategorien die Pflegestufen 0 (k) (k steht für „kein Pflegebedarf“) und 0 (g) (g bedeutet „geringer Pflegebedarf“) zu unterscheiden. Unter die Pflegestufe 0 fallen beispielsweise an Demenz erkrankte Menschen, die laut Gesetz nicht als "pflegebedürftig" gelten, jedoch bei der Bewältigung ihres Alltags eingeschränkt sind. Bescheinigt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung diese Einschränkung, stehen dem Betroffenen seit dem Jahre 2008 bis zu 2.400 Euro im Jahr zu und er erhält seit dem 01. Januar 2013 noch zusätzliche Leistungen aus dem Pflegeneuausrichtungs-Gesetz.

Bei Pflegestufe 0 zahlt die Pflegeversicherung seit dem 01.01.2015:

  • Häusliche Pflege: 123 Euro Pflegegeld und maximal 231 Euro Pflegesachleistung im Monat
  • Tagespflege: 231 Euro pro Monat
  • Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege: 1.612 Euro pro Jahr
  • Vollstationäre Pflege: keine Kostenübernahme der Pflegeversicherung bei Pflegestufe 0

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